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Vulkan Arenal – ruhender Lavaspucker

Der Vulkan Arena ist einer der aktivsten der Erde. Regelmäßig gibt es Eruptionen und die rote Lava fließt spektakulär die steilen Berghänge hinunter. Er ist sogar so aktiv, dass er pro Jahr um mehrere Meter wächst! Die letzte große Eruption war im Jahr 2010. Damals musste der Nationalpark evakuiert werden. 8 glühend rote Lavaströme flossen an den Flanken des Vulkans nach unten. In den letzten Monaten ist er jedoch etwas zur Ruhe gekommen und spuckt vorerst nichts mehr. Eine Ruhe auf Zeit.

Aber auch kalt – zumindest äußerlich – ist der Vulkan Arenal beeindruckend. Er hat ein perfektes, konisches Aussehen! Der Berg ragt 1.670 Meter in die Höhe und gipfelt in einer abgeschnittenen Spitze. Wir haben Glück denn das Wetter spielt mit. Er lässt sich ganz blicken bevor er sich in seine Wolkendecke hüllt. Sogar von unserem Hostel aus haben wir einen spektakulären Vulkanblick.

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Der Nationalpark Arenal lässt sich mit kurzen Wanderwegen erkunden. Einer führt auf ein altes Lavafeld. Wir schlendern durch ca. 3 Meter hohe Graspflanzen. Irgendwie sieht das Zuckerrohr ziemlich ähnlich, ich bin mir aber nicht sicher. Der kleine Wanderweg ist tiefschwarz. Die Sonne lacht vom Himmel und die Wolken haben den Vulkan an diesem Tag noch nicht verschluckt.

Das alte Lavafeld besteht aus scharfkantigem schwarzem Gestein oder besser gesagt einfach aus kalter Lava. Überall versuchen Pflanzen Fuß zu fassen. Man steht direkt am Fuße des Vulkans, der stolz über uns gen Himmel ragt. An dieser Flanke des Berges sind deutlich die weiß- grauen Aschespuren zu erkennen. Hinter uns ist der riesige Arenal See zu erkennen. Natürlich ist auch dieser vulkanischer Herkunft.

Die Besteigung des Vulkans bis nach oben zum Krater ist zwar möglich aber verboten. Hier sind vor ein paar Jahren 3 Touristen von heraus geschleuderten Felsbrocken erschlagen worden!

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Doch der Nationalpark hat nicht nur Lava zu bieten. Auf dem Rückweg finden wir ursprünglichen Regenwald mit riesenhaften Bäumen. Kleine und große Schmetterlinge fliegen über den Weg und auch der eine oder andere Vogel ist zu hören. Leider sind diese immer schwer zu sehen. Perfekte Natur!

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Doch der Vulkan tut uns noch einen Gefallen! Die Baldi Hot Springs!! Diesmal nicht in Erdlöchern mitten im Dschungel, sondern in heißen Badebecken in einer gepflegten Thermenwelt.

Die Baldi Hot Springs können sich in Sachen Komfort und Sauberkeit durchaus mit deutschen Thermen messen – wie zum Beispiel die Therme Erding. Leider ist auch der Preis auf europäischem Niveau. Wir drücken an diesem Tag aber mal alle Backpacker- Budget- Augen zu und gönnen und eine Tageskarte.

Auf einer riesigen Fläche reihen sich gepflasterte Badebecken aneinander. Die üppige Pflanzendeko macht den Naturlook perfekt. Man fühlt sich wie im Dschungel mit dem Komfort eines 5 Sterne Erholungszentrums. Bei uns müsste man die Pflanzen wahnsinnig teuer importieren – hier geht man einfach in den Wald und gräbt sie aus! Der gesamte Komplex ist nur wenig überdacht und liegt direkt am Fusse des Vulkans. Dieser erhitzt das gesamte Thermalwasser – um es brauchbar zu machen muss es abgekühlt werden!! Bei unseren Temperaturen wäre es unbezahlbar solche großen Becken auf diese Temperatur zu erhitzen – hier jedoch muss man das Wasser abkühlen.

Wie steigen in das erste Becken – 43 Grad – ich glaube ich bin im Paradies. Seit wir diese Reise angetreten haben beschleicht mich die leise Ahnung dass es mehrere davon gibt 😀

Genau das brauchen unsere müden Backpacker- Knochen. Wir liegen einfach nur da und schauen dem Vulkan entgegen, der mit seinem Wolkenkleid direkt vor uns steht.

Das nächste Becken ist 45 Grad warm (heiß), ein weiteres großes sogar 47 Grad! Dazwischen gibt es überall kleine kalte Becken damit man den Verstand nicht verliert. Sobald einem langweilig wird kann man sich unter heiße (oder kalte) Wasserfälle stellen oder dahinter kriechen.

In einem Dampfbad ist das Wasser so heiß, dass allein dessen Dampf ausreicht um einen gehörig ins Schwitzen zu bringen! Man sollte jedoch immer erst mit einem Finger in die Becken fassen – vor allem in die Kleinen. Hier ist von 5 Grad bis 80 Grad alles vertreten!

Das Schönste der ganzen Therme sind die Liegestühle (aus Stein und gepflastert) in den Becken. Man liegt nur halb im Wasser und dadurch lässt sich die Wärme sehr gut aushalten. Hier sind wir Beide nur schwer weg zu bewegen! Costa Rica überrascht uns ein weiteres Mal sehr positiv – wer hätte sowas hier erwartet?!?

Nach diesem Tag fühle ich mich so wohl wie schon lange nicht mehr. Auch die Dusche fällt aus – das Vulkanwasser bleibt wo es ist!

By Janine on Juli 2, 2013

Comments:1

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  1. Antworten Steffi Fiedler 28.08.13

    Hallo Gustel! Hallo Daniel! Wunderschöne neue Bilder u. Berichte… sehr sorgniserregend in den letzten Tagen an der Grenze… Aber Ihr seid ja noch gut rübergekommen, dann war Schluß! Und nun hat Janinchen schon wieder „hier“ geschrien beim nächsten Malleuer. Wie siehts denn nun aus? Hoffe es hat sich nichts verschlimmert mit Deinem Bein. Die Spritzen kriegst Du ja wohl 10 Tage, wie Elke sagte. Könnt Ihr Eure Segeltour antreten? Das Medikament, das Du noch nehmen mußt kenn ich nicht, habs auch bei uns im Computer nicht gefunden (wenn es Elke richtig aufgeschrieben hat…). Nur zur Info: vorbeugende Tollwutimpfungen sind schon länger bei uns nicht zu kriegen, wahrscheinlich nur bei Bundeswehr u. dann im Krankenhaus. Haltet die Ohren steif… Alles Gute. u. wenn wir nichts mehr vorher voneinander lesen, dann wünschen wir eine tolle Reise zu den Gallapagos (da wär ich auch gern dabei!!!) Liebe Grüße u. Gute Besserung. Steffi

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