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Galapagos I – Baltra (Flughafeninsel)

Nach all der Planung und Organisation und nach all den letzten aufregenden Tagen haben wir eine entspannten Reise nach Galapagos. Eine Zwischenlandung in Guayaquil und zwei kurze Flüge entfernen uns von den Inselchen von denen wir so viel gehört haben und die angeblich das Paradies sein sollen. Wir genießen die Zeit, relaxen – freuen uns auf einen Traum der sich in wenigen Stunden erfüllen wird.

Der Flughafen auf Galapagos ist kaum erwähnenswert. Die Flugzeuge fliegen die Landebahn direkt über dem Meer an. Kurz vor dem Landen beginnt das Land. Vom Fenster aus sieht man wie sich das Wasser im Meer durch den Wind des Flugzeugs zu kleinen Wellenbergen auftürmt. Da man nur zur Seite rausschaut und nicht nach vorn, beginnt man instinktiv zu hoffen, dass Land mit Landebahn in greifbarer Nähe ist!

Und tatsächlich, das Paradies beginnt bereits am Flughafen! Wir schnappen unser Gepäck und werfen es auf den Gepäckhaufen des Schiffes. Ein bisschen müssen wir noch warten, da die Mitreisenden teilweise mit späteren Flugzeugen landen. In der Zeit erkunden wir die nahe Umgebung.

Die Flughafeninsel ist klein und gehört nicht zum Nationalpark Galapagos. Deshalb haben wir hier nichts erwartet, bis auf einen hässlichen Flughafen, Shops und das übliche Touristenzeugs. Aber dem ist ganz und gar nicht so! Die Aussicht ist hier bereits wunderschön. Man sieht das tiefblaue Meer mit zwei Inselfelsen am Horizont. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel mit ein paar weißen Tupfenwolken.

Ein Bus bringt uns in den Hafen der Flughafeninsel, wo bereits das Boot auf uns wartet – die „Fragata“. Am Flughafenausgang heißt uns ein Schild über der Straße herzlich Willkommen. Die Landschaft links und rechts vom Busfenster ist karg. Roter Boden mit vereinzelten grünen Kakteen dampft in der Sonne. Dahinter schimmert das tiefblaue Meer.

Wir haben unser Gepäck noch nicht verstaut, haben noch nicht in unseren Kabinen eigecheckt als uns ein Galapagos- Seelöwe am Steg begrüßt. Faul liegt er auf den Holzbalken und beachtet uns lediglich mit einem offenen Auge.

Das Abenteuer Paradies Galapagos beginnt!!

Gleich nachdem die Kabinen aufgeteilt sind legt das Boot ab. Wir sind 14 Personen an Bord plus 8 Besatzungsmitglieder. Das Boot ist klein mit weniger Komfort. Wir haben aber unsere eigene Kabine mit eigenem Badezimmer und auch sonst ist für alles gesorgt. Die Mitreisenden sind fast alle in unserem Alter. Alle Aktivitäten sollen so leicht möglich sein.

Unser erster Stopp ist der Strand der Flughafeninsel Baltra. Bereits hier gibt es einen wunderschönen Strand, der uns fast die Sprache verschlägt! Keiner hat mit einem Landgang am ersten Tag gerechnet. Wir haben noch kein T-Shirt ausgepackt aber schon geht’s los – das Paradies kommt schließlich nicht aufs Boot geflogen oder geschwommen 😀

Der Strand ist atemberaubend weiß, Puderzucker. Das Meer ist türkis, weiter draußen tief blau mit glasklarem Wasser. Die Felsen im Wasser sind tiefschwarz.

Absolut das Paradies! Vom ersten Schritt an. Es tut mir Leid, aber hier bestätigt sich – es gibt definitiv mehrere davon – ja, es gibt mehrere „Paradieser“ auf dieser Welt!!

Seit fast 4 Millionen Jahren erwachsen die Galapagos- Inseln aus Feuer speienden Vulkanen ca. 1.000 Kilometer vom Festland entfernt. Die Inseln sind allesamt Vulkaninseln. Entstanden durch einen „Hot Spot“ – eine heiße Zone, die durch Plattenreibungen entsteht. Darüber streiten sich aber die Forscher. Es wurde belegt, dass nicht ein sondern zwei „Hot Spots“ für die Inseln verantwortlich sind. Aus über 5.000 Metern Tiefe steigen die Lavaberge aus dem pazifischen Ozean empor, um bis zum heutigen Tag 121 größere und kleinere Inseln zu formen. Es wird sogar eine neue Insel erwartet, die sich bald aus dem blauen Meer erhebt und dann durch die unzählige Vögel und Seelöwen bevölkert werden will. Die Inseln sind nur die Spitze des Eisbergs. Der sichtbare Teil ist der kleinste – der Rest liegt unter der Wasseroberfläche verborgen. Die Tiefenausläufer der Inseln unter Wasser reichen bis ca. 50 Kilometer an das Festland heran. Auf einigen Inseln gibt es teils noch aktive Vulkane. Meist sind es sogenannten Schildvulkane, die keine kegelform haben, sondern flach sind. Galapagos war niemals mit dem Festland verbunden – alles Leben das hier existiert ist Überleben in der Isolation.

Auf den ersten Metern am Puderzucker Strand begegnet uns der erste „Blue Footed Boobie“ – Blaufusstölpel. Er sitzt ganz entspannt auf den schwarzen Vulkanfelsen und schaut in die Wellen. Diese Art gibt es nur hier auf Galapagos.

Wie habe ich geplant und gebetet, dass wir diese Vögel sehen können. Im Reiseführer sind sie nur auf 2 Inseln eingezeichnet und es ist nicht so einfach alles auf einer Kreuzfahrt zu erwischen. Und jetzt sitzt dieser Blaufusstölpel am ersten Strand auf der Flughafeninsel! Ich stehe mit offenem Mund, sprachlos auf diesem wunderschönen Stückchen Erde!

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Über uns am strahlend blauen Himmel fliegt stolz ein Fregattenvogel – schwarze Federn, knallrote Brust und riesig!

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Auf den Vulkanfelsen sitzt auch ein einsamer brauner Pelikan. Diese Vögel sind echt riesig und es gibt sie ebenfalls nur hier auf Galapagos – nirgends sonst auf der Erde.

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Wir laufen zu einer kleinen Bucht – ein kleiner Salzwassersee. Und tatsächlich: pinke Flamingos. 5 pinke Flamingos schlafen und fressen hier. Die Landschaft dahinter ist karg, scheint vertrocknet – es ist Trockenzeit in Galapagos. Der Regen ein paar Monate später wird alles in nur einem Tag in strahlendes grün verwandeln. Die Unterseite der pinken Flamingo Flügel ist tiefschwarz gefiedert. Einer dieser wunderschönen Vögel tut uns den Gefallen und flattert kurz mit den großen Flügeln.

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Auf dem Rückweg begegnen uns schwarze Lavaechsen. Besser gesagt, wir begegnen ihnen. Keine von den Minisauriern bewegt sich wirklich. Faul sitzen sie in der Sonne und tanken die Hitze. Aber auch in der kleinen Lagune sieht man sie schwimmen auf der Suche nach etwas Essbarem, dass hoffentlich direkt in das Maul schwimmt.

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Auf den schwarzen Lavafelsen in der Brandung tummeln sich hunderte roter Krebse – die „Sally- Lightfood- Crabs“. Sie sind groß, knallrot mit blauen Stellen vorn an den Esswerkzeugen. Diese Krabben krabbeln überall herum und stören sich nicht wirklich an irgendwem oder irgendwas.

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Auf dieser Insel gibt es noch Zeugen des zweiten Weltkriegs. Die Galapagos Inseln wurden damals als Stützpunk der USA benutzt um den Panama- Kanal zu kontrollieren. Damals hatte sicher keiner Augen für diesen Artenreichtum und diese Einzigartigkeit. Heute ist Baltra stiller und lauschiger Stützpunkt von 100 ecuadorianischen Marinerekruten und wichtiger Dreh- und Angelpunkt zwischen dem Inselarchipel und dem Festland.

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Die Farben dieser Inseln sind kaum in Worte zu fassen. Blau, schwarz, rot, grün, weiß – alles in einem Augenblick – alles in einem Foto.

Unser erster Tag im Paradies ..

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By Janine on August 30, 2013

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