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Vulkan Pacaya – dampfende Naturgewalt

Von Xela geht es nochmals zurück nach Antigua. Da ich in Antigua krank war, konnten wir den Vulkan Pacaya leider nicht besteigen. Das wollen wir nachholen!

Doch zwei Tage vorher erreicht uns die Nachricht, der Pacaya ist ausgebrochen! Oh nein!!! Nicht jetzt .. immer aber nicht jetzt .. wir müssen doch noch da hoch!!

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30. Mai 2013: Pacaya, Guatemala, 2.552 m. Der Vulkan ist explosiv ausgebrochen und hat Lava und Asche ausgeworfen. Die Aschewolke erreichte eine Höhe von 2 km. Es sind keine Berichte über Schäden bekannt. Der eigentlich daueraktive Vulkan legte eine Pause von 3 Jahren ein. Nachdem sich in den letzten Wochen Zeichen mehrten, dass der Vulkan wieder lebendiger wird, kam es zur Eruption. Asche regnete über bewohnte Ortschaften nieder. Der Alarmstatus wurde auf „orange“ erhöht. Die Besteigung des Berges wurde für Touristen und die Bevölkerung untersagt.

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Da sind wir plötzlich typische Touristen .. es ist schlimm aber wohl ganz normal. Neugier frisst Vernunft. Fahren wir dann überhaupt hin, wenn man nicht hoch darf? JA, klar .. vielleicht sieht man die 2 Kilometer hohe Aschewolke!! Also auf geht’s nach Antigua, was ohnehin fast auf dem Weg nach Guatemala City liegt.

Am 01.06.2013 im Hostel in Antigua angekommen, die Ernüchterung! Man sieht natürlich garnichts! Etwas enttäuscht bereiten wir uns auf einen chilligen Hosteltag vor und studieren den Reiseführer nach noch etwas sehenswertem in Antigua selbst. Wir kommen mit dem Besitzers des Hostels ins quatschen UND?!? Natürlich ist der Vulkan offen!! War nur einen Tag gesperrt .. aber nur vormittags, nachmittags ist es zu gefährlich! Typisch Mittelamerika. Und typisch wir, die Tour ist innerhalb von 5 Minuten gebucht. Am nächsten Tag um 6 Uhr morgens geht’s los!

Der Aufstieg beginnt schweißtreibend. Es geht steil nach oben und ich hoffe bei jedem Schritt, dass es nicht bis zum Gipfel so bleibt. Doch immer wenn ich kurz davor bin ein Sauberstoffzelt zu brauchen, legt der nette Guide eine Pause ein. Neben uns reiten Cowboys auf ihren „Naturaltaxis“ her. Alle 2 Minuten fragt einer „Taxi“ .. NEIN, wir laufen!! DAS wäre ja gelacht.

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Die Landschaft ist saftig grün, es ist Regenzeit. Der Weg ist schwarz – alles vulkansicher Untergrund, alte Lava, Vulkansand. Diese Gegenden sind besonders fruchtbar – hier wird alles Mögliche angebaut. Immer wieder eröffnen sich wunderschöne Ausblicke ins Tal. Man blickt auf die umliegenden Vulkane, auf saftige Wälder und kleine Dörfer. In der Ferne sieht man ein Energiekraftwerk. Eigentlich richtig clever die unerschöpfliche Vulkanenergie zu nutzen. Und die ist gewaltig!

Nach einer Stunde wird der Weg langsam etwas gerader. Die ersten Blicke auf den Krater, der dampfend noch umgeben von Wald, vor uns liegt. Ein schwarzer Berg mit einem riesigen Loch aus dem dicke weiße Dampfwolken steigen. Wahnsinn mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass hier vor 3 Tagen das Zeug 2 Kilometer in die Luft geflogen ist!

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Wir gehen weiter. Der Weg ist jetzt fast ok. Es geht stetig bergauf aber man gewöhnt sich daran. Die Cowboys haben mittlerweile aufgegeben – es kann also nicht mehr weit sein.

Plötzlich öffnet sich der tiefgrüne Wald und wir erreichen eine weite baumlose Ebene. Die Kraterebene. Hier wachsen keine Bäume. Hier gibt es nichts weiter als schwarzes Gestein, schwarzen Sand und zwischendrin die zaghaften Versuche von ein paar Büschen die Gegend wieder für sich zu beanspruchen. Klappt sicher auch bis zum nächsten Ausbruch!

Es ist heiß, jetzt knallt uns die Sonne auf den Kopf. Wir haben Glück mit dem Wetter, wie so oft wenn wir unterwegs sind.

Wir gehen über die weite schwarze Ebene in Richtung Krater. Mondlandschaft in schwarz und mir steht einmal mehr auf dieser Reise der Mund offen.

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Nach insgesamt ca. 2 Stunden Aufstieg stehen wir vor dem Krater. Dieser liegt auf einem kleinen Hügel über uns und dampft vor sich hin. Er lässt sich nicht stören – von uns sicher nicht! Gewaltige Naturgewalt!

Hier geht es für uns nicht weiter. Zu gefährlich ist der Kraterrand im Moment. Wir genießen eine ganze Zeit am Krater. Genießen die Aussichten von 2.500 Metern Höhe. Überall gibt es Öffnungen im Boden aus denen es heiß dampft und Rauch aufsteigt. Wir grillen Marshmallows über der größten Öffnung, so heiß ist der Dampf – man kann sich locker die Finger verbrennen. Auch die Steine drumherum sind heiß!

Ein wirklich atemberaubendes Erlebnis!!

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By Janine on Juni 2, 2013

Comments:1

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  1. Antworten Jörg Kaiser 07.07.13

    Hallo ihr zwei, schön zu sehen das ihr Marshmallows gegrillt habt, hattet ihr Kekse und Schokolade dabei? Es scheint euch gut zu gehen und ich freu mich immer über euere Berichte, habt ihr nicht auch mal Heimweh? Liebe Grüße von der Kaiser
    Familie und passt weiterhin auf euch auf 😉

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